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Blog-Beitrag: OZEANE & OSTEOPOROSE: WIE KORALLEN DIE FRÜHERKENNUNG REVOLUTIONIEREN.

Ozeane und Osteoporose haben mehr gemeinsam als die gleichen Anfangsbuchstaben. Denn sowohl Korallenriffe als auch die menschlichen Knochen benötigen Kalzium um stabil zu bleiben. Diese Übereinstimmung wurde nun zum Schlüssel einer neuen Früherkennungs-Diagnostik. Forschern des Zentrums für Ozeanforschung in Kiel ist es gelungen, ihr Wissen über Korallen auf das menschliche Knochenskelett zu übertragen und so einen neuen Früherkennungs-Test zu entwickeln, der ganz ohne Röntgenstrahlung auskommt.

In Zukunft könnte eine Urin- oder Blutprobe reichen.

Osteoporose wird meistens zu spät erkannt. Nämlich dann, wenn bereits einer oder mehrere Knochen gebrochen sind. Um die Krankheit frühzeitig zu diagnostizieren, werden bei einer Knochendichtemessung Wirbelsäule oder Hüftknochen mittels eines Röntgen-Verfahrens untersucht.
Als konkrete Kennzahl und wichtiges Kriterium zur Diagnose einer Osteoporose dient die Knochenmineraldichte. Dies ist der mineralische Gehalt der Knochensubstanz und wird durch den Arzt mit Hilfe gering dosierter Röntgenstrahlen bei der Knochendichtemessung (DXA-Messung oder Dual-Röntgen-Absorptiometrie) ermittelt. Das gemessene Ergebnis dieser Untersuchung wird als T-Score (T-Wert) angegeben.
Das neue Verfahren aus der Korallenforschung bringt eine ganze Reihe von Vorteilen:
  • Es ist schonender für den Körper als das Röntgen-Verfahren.
  • Es ist einfacher für den Patienten, denn eine Blut- oder Urinprobe reichen völlig aus.
  • Es schlägt früher an, denn der Test ist um ein Vielfaches empfindlicher als bestehende Methoden.
Gerade darin liegt eine große Chance. Denn wenn Osteoporose rechtzeitig erkannt wird, kann man gegensteuern und präventive Maßnahmen ergreifen.

Wie funktioniert das neue Verfahren?

„Das Skelett einer Koralle ähnelt dem menschlichen Skelett in soweit, dass es Kalzium einlagert, um stabil zu bleiben,“ erklärt Dr. Anton Eisenhauer, einer der Erfinder des neuen Verfahrens, „und die Austauschprozesse zwischen Korallen und Meerwasser sind in etwa die gleichen wie zwischen Skelett und Blut.“
Aus diesem Grund braucht man für den neuen Test gar keinen Knochen, sondern misst den Kalziumanteil im Blut oder Urin, um eine Aussage über den Status der Osteoporose zu machen. Denn Osteoporose entsteht hauptsächlich durch den Abbau von Kalzium in den Knochen und dem damit verbundenen Verlust an Stabilität.

Acht Jahre Forschung waren nötig.

Was einfach klingt, ist in Wahrheit hochkompliziert. Acht Jahre lang wurden mit Wissenschaftlern, Medizinern und Physikern umfangreiche Messungen und Studien am Meeresforschungsinstitut durchgeführt, um die Theorie zu bestätigen und den neuen Schnelltest für Osteoporose zu entwickeln.
Doch die Arbeit hat sich gelohnt, denn der Test funktioniert aufgrund seiner Empfindlichkeit auch bei jüngeren Menschen. So kann sehr früh festgestellt werden, ob jemand Osteoporose hat oder nicht. Und auch in der Therapiebegleitung schlägt das Produkt aus der Meeresforschung Wellen: hier erlaubt die Methode, präzise zu beobachten wie eingenommene Medikamente wirken.
Noch muss der Test aus der eigenen Tasche bezahlt werden, aber die Forscher rechnen mit einer Krankenkassenzulassung in den nächsten Jahren.

  1. https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Neuer-Osteoporose-Test-ohne-Roentgen,osteolabs100.html, Zugriff am 25.11.19
  2. https://www.osteolabs.de/files/presse/Pressemitteilung_Osteolabs_05072017.pdf, Zugriff am 25.11.19

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