Diagnose der Osteoporose

Osteoporose bleibt oft lange unbemerkt und wird meistens unterschätzt.

Ungleichgewicht

Die Knochen werden ständig regeneriert, indem altes Knochengewebe abgebaut und neues gebildet wird. Bei Frauen ist dieses Gleichgewicht nach der Menopause gestört, da das Knochengewebe schneller abgebaut als neu gebildet wird.

Dieses Ungleichgewicht lässt sich anhand einfacher Blut- oder Urinuntersuchungen schnell nachweisen. Ist beispielsweise der Schilddrüsenwert TSH zu niedrig, also Ausdruck einer Überfunktion, kann das auf Knochenabbau hinweisen.

Ausschluss von Krankheiten mit vermindertem Mineralgehalt

Wichtig ist natürlich der Ausschluss von Krankheiten, die wie Osteoporose einen verminderten Mineralgehalt (vermehrte Strahlentransparenz) im Röntgenbild aufweisen (z.B. maligne Erkrankungen, andere Knochenstoffwechsel- und heriditäre Erkrankungen) oder ähnliche Beschwerden hervorrufen.

Knochenmineraldichte (KMD)

Die Messung der Knochenmineraldichte (KMD) ist heutzutage ein weithin akzeptierter Indikator. Niedrige und fallende KMD ist normalerweise ein Zeichen für beginnende Osteoporose, obwohl sich Experten noch immer darüber uneinig sind, ob der Zusammenhang zwischen beiden in jedem Fall besteht. Dennoch empfiehlt die Nationale Osteoporose-Stiftung in den USA eine KMD-Untersuchungen aller Frauen über 65. Man ist heute noch weit davon entfernt, dieses Ziel zu erreichen.

Osteosonographie

Die Ultraschall-Untersuchung (Osteosonographie) der Ferse ohne Strahlenbelastung gilt nicht als Standarduntersuchung, kann aber den Verdacht erhärten und weiterführende Diagnostik begründen - meist selbst zu zahlende Leistungen.

Knochendichtemessung

Die Untersuchungsmethode DEXA (= Dual-energy X-Ray-Absorptiometrie) wird seitens des Dachverbandes der deutschsprachigen Fachgesellschaften (DVO) empfohlen und kommt vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Oberschenkelhalses zum Einsatz. Sie ist durch eine hohe Präzision gekennzeichnet, bedarf lediglich geringer Dosen ionisierender Strahlen und gilt als "Goldstandard". Sie ermöglicht die Berechnung des Knochenmineralgehaltes im Untersuchungsbereich. 

Das Ergebnis der Knochendichtemessung wird anhand des T-Wertes angegeben. Der T-Wert bezeichnet die Differenz des gemessenen Patientenwertes zum Mittelwert gesunder junger Erwachsener in Standardabweichungen. Je niedriger der T-Wert ist, desto höher ist das Risiko, einen Knochenbruch zu erleiden.

1. Liegt der T-Wert bei einer Standardabweichung von bis zu -1,0 unter dem Wert junger Erwachsener, so handelt es sich um einen Normalbefund. Als Empfehlung gilt: ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D resp. viel Bewegung.

2. Ist der T-Wert in einem Bereich von -1,0 bis -2,5 Standardabweichungen, handelt es sich um eine Verminderung des Knochenmineralgehalts (Osteopenie). Empfehlung hier: Ohne Fraktur wie 1., sonst wie 3.

3. Bei Patienten mit einem Knochenmineralgehalt von weniger als -2,5 Standardabweichungen liegt eine behandlungsbedürftige Osteoporose vor.

Eine Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) wird meistens erst vorgenommen, wenn ein Knochenbruch den Verdacht auf Osteoporose hervorruft oder erhärtet. Dann weiss man, warum das Ereignis passierte. Eine flächendeckende vorsorgende Messung gilt in Fachkreisen noch nicht als notwendige Maßnahme.

Sehen Sie hierzu einen kleinen Film zur Knochendichtemessung, © Roche (erfordert den QuickTime Player).

Informationsmangel

Einer der wichtigsten Gründe der unbehandelten Osteoporose ist der Informationsmangel resp. die Sorglosigkeit. Informieren Sie sich deshalb hier über das Krankheitsbild und moderne Therapiemöglichkeiten.

Lesen Sie hier z.B. mehr zur Vorbeugung vor Osteoporose.