18.12.2009

"Positive Opinion" für Denosumab

Amgen erhält vom CHMP eine positive Empfehlung für Prolia® (Denosumab) in der Europäischen Union

 

Amgen gab bekannt, dass der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) die Marktzulassung von Prolia® (Denosumab) zur Behandlung der postmenopausalen Osteoporose bei Frauen mit erhöhtem Frakturrisiko und zur Behandlung von Knochenverlust infolge ablativer Hormontherapien bei Männern mit Prostatakrebs und erhöhtem Frakturrisiko positiv beurteilt hat. Nach Zustimmung durch die Europäische Kommission würde Amgen die Marktzulassung für Prolia in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) erhalten.

„Vor knapp 20 Jahren haben die Forscher von Amgen einen bedeutenden biochemischen Signalweg entdeckt, der den Knochenumbau steuert“, so Dr. Roger M. Perlmutter, Executive Vice President für Forschung und Entwicklung bei Amgen. „Auf der Grundlage dieser Entdeckung entwickelten unsere Wissenschaftler eine gezielte Therapie, die über diesen natürlichen Steuerungsmechanismus den Knochenabbau verringert. Die heutige Ankündigung durch den CHMP gibt Anlass zur Hoffnung, dass diese wegweisende neue Therapie in Europa bald Frauen mit postmenopausaler Osteoporose sowie Männern mit Prostatakrebs, die aufgrund der Behandlung mit hormonablativen Therapien ein deutlich höheres Frakturrisiko aufweisen, verfügbar sein wird. Aufgrund seiner Fähigkeit, Frakturen an wichtigen Skelettlokalisationen im gesamten Körper nachweislich zu reduzieren, des vorteilhaften Nutzen-Risiko-Profils und der patientenfreundliche Dosierung, die im Abstand von sechs Monaten erfolgt, adressiert Prolia einen wichtigen bislang unerfüllten medizinischen Bedarf.“

Die positive Einschätzung des CHMP basiert auf Daten aus sechs Phase-III-Studien. Zwei entscheidende Phase-III-Studien, mit Frakturendpunkten in den Bereichen Osteoporose- und Prostatakrebs bewiesen, dass Prolia, zweimal jährlich (jeweils 60 mg) als subkutaner Injektion verabreicht, die Inzidenz von Frakturen reduziert. Alle sechs Studien zeigten, dass sich durch die Behandlung mit Prolia die Knochenmineraldichte an allen untersuchten Skelettstellen erhöht.
Die wichtige FREEDOM-Studie (Fracture REduction Evaluation of Denosumab in Osteoporosis every six Months, halbjährliche Beurteilung der Wirksamkeit von Denosumab bezüglich Frakturreduktion bei Osteoporose), an der 7.868 Frauen mit postmenopausaler Osteoporose teilnahmen, ergab, dass Frauen, denen halbjährlich eine subkutane Injektion von Prolia verabreicht wurde, ein im Vergleich zur Placebogruppe um 68% verringertes Risiko für eine neue vertebrale Fraktur (Wirbelkörperfraktur) aufwiesen. Außerdem verringerte sich bei ihnen das Risiko einer Hüftfraktur um 40% und das Risiko einer non-vertebralen Fraktur um 20%.(1) Die zulassungsrelevante HALT-Studie (Hormone AbLation Therapy, hormonablative Therapie), an der 1.468 Männer mit nicht metastasiertem Prostatakarzinom unter Androgendeprivationstherapie (ADT) teilnahmen, ergab, dass Patienten, die mit Prolia behandelt wurden, nach 36 Monaten ein im Vergleich zur Placebogruppe um 62% verringertes Risiko für eine neue Wirbelkörperfraktur hatten, wobei eine signifikante Reduzierung bereits nach zwölf Monaten festgestellt wurde.(2) In beiden wichtigen Studien waren die Inzidenz und die Art der unerwünschten Reaktionen unter Prolia mit der Placebogruppe vergleichbar. Die häufigsten unerwünschten Reaktionen in beiden Gruppen (Prolia und Placebo) waren Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Bluthochdruck, Nasopharyngitis, Verstopfung und Schmerzen in den Extremitäten. Bei Studien zur postmenopausalen Osteoporose traten schwerwiegende unerwünschte Reaktionen in Form von Hautentzündungen, vorwiegend Entzündungen des Bindegewebes der Haut in der Prolia-Gruppe häufiger auf als in der Placebo-Gruppe (0,4% vs. <0,1%). In Brust- und Prostatakrebsstudien war das Auftreten schwerwiegender unerwünschter Reaktionen in beiden Gruppen (Prolia und Placebo) vergleichbar (0,6% vs. 0,6%).

Der Antrag auf Zulassung von Prolia zur Behandlung und Vermeidung von Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und zur Therapie des Knochendichteverlustes bei Patienten unter einer hormonablativen Therapie aufgrund von Brust- oder Prostatakrebs wird derzeit in den Vereinigten Staaten (USA), in der Schweiz, in Australien und in Kanada geprüft.

Über Denosumab
Denosumab ist der erste vollhumane monoklonale Antikörper in der späten klinischen Entwicklung, der spezifisch auf den RANK-Ligand abzielt, einem wichtigen Regulator der Osteoklasten (die Zellen, die den Knochenabbau bewirken). Denosumab wird auf sein Potenzial untersucht, alle Stadien der Osteoklastenaktivität durch einen gezielten Mechanismus zu hemmen. Denosumab wird bei einer Reihe von Knochendichteverlusterkrankungen erforscht wie der postmenopausalen Osteoporose und dem Knochenabbau bei Prostata- und Brustkrebs¬patienten, die sich einer ablativen Hormontherapie unterziehen.

Osteoporose: Auswirkungen und Häufigkeit
Osteoporose wird oft als „stille Epidemie“ bezeichnet, denn sie ist ein weltweites Problem von zunehmender Bedeutung aufgrund der wachsenden und alternden Weltbevölkerung. Vor kurzem hat die Weltgesundheitsorganisation WHO Osteoporose zusammen mit anderen, verbreiteten, nicht-infektiösen Erkrankungen als vorrangiges Gesundheitsproblem eingestuft.

Die wirtschaftliche Belastung durch Osteoporose ist vergleichbar mit der durch andere verbreitete chronische Erkrankungen. In den USA beispielsweise sind die Kosten durch Osteoporose-Frakturen ebenso hoch wie die für kardiovaskuläre Erkrankungen und Asthma.3,4,5 Man geht davon aus, dass Osteoporose zu mehr Krankenhaustagen führt als Schlaganfall, Myokardinfarkt oder Brustkrebs.6

Knochenverlust aufgrund einer ablativen Hormontherapie
Weltweit sind Prostatakrebs und Brustkrebs zwei der häufigsten Krebsarten bei Männern bzw. Frauen. In den USA ist Prostatakrebs die häufigste Krebsart bei Männern und Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Häufig wird Patienten mit Prostata- oder Brustkrebs eine hormonablative Therapie verordnet, die zu einem Abbau der Knochenmasse und einem erhöhten Frakturrisiko führt. Gegenwärtig gibt es keine zugelassenen Therapien gegen Knochendichteverlust bei Prostata- oder Brustkrebs-Patienten, die sich einer hormonablativen Therapie unterziehen.

Über die Partnerschaft zu Denosumab
Im Juli 2009 haben Amgen und GlaxoSmithKline (GSK) angekündigt, den monoklonalen Antikörper Denosumab zur Behandlung der postmenopausalen Osteoporose (PMO) in Europa, Australien, Neuseeland und Mexiko gemeinsam zu vermarkten, sobald das Produkt in diesen Ländern die Zulassung erhalten hat. Amgen wird das Präparat für PMO und onkologische Indikationen in den Vereinigten Staaten (USA) und Kanada sowie für alle onkologischen Indikationen in Europa und ausgewählten Märkten alleine vertreiben.
GlaxoSmithKline wird Denosumab für alle Indikationen in jenen Ländern registrieren und vertreiben, in denen Amgen derzeit nicht am Markt vertreten ist, darunter China, Brasilien, Indien und Südkorea. Die Zusammenarbeit ist so gestaltet, dass Amgen die Möglichkeit erhält, künftig eine aktivere Rolle bei der Vermarktung in Europa und bestimmten Schwellenmärkten zu spielen.

Über Amgen
Amgen erforscht, entwickelt und produziert innovative Humantherapeutika. Seit 1980 gilt Amgen als Pionier in der Biotechnologie und ist eines der ersten Unternehmen, das auf dieser wissenschaftlichen Basis sichere und wirksame Arzneimittel aus dem Labor über die klinische Entwicklung zu den Patienten bringt. Die Therapeutika von Amgen haben die medizinische Praxis maßgeblich verändert und Millionen von Menschen auf der ganzen Welt im Kampf gegen Krebs, Nierenleiden, rheumatoider Arthritis und andere schwerwiegende Erkrankungen geholfen. Mit einer breiten Pipeline potenzieller neuer Medikamente bleibt Amgen auch weiterhin seinem Anliegen treu, die biotechnologische Forschung und Entwicklung voranzutreiben, um Heilungschancen und Lebensqualität von Patienten entscheidend zu verbessern.

(1) Cummings SR, et al. Twice Yearly Denosumab, a Monoclonal Antibody to RANK-ligand, for Prevention of Fractures in Postmenopausal Women with Osteoporosis. N Engl J Med, 2009 Aug. 20; published online at www.nejm.org on Aug. 11, 2009.
(2) Smith MR, et al. Denosumab for the Prevention of Bone Loss and Fractures in Men Receiving Androgen Deprivation Therapy in Non-Metastatic Prostate Cancer. N Engl J Med, 2009 Aug. 20; published online at www.nejm.org on Aug. 11, 2009.
Burge R, et al. J Bone Miner Res. 2007; 22:465-475
(4)"Osteoporosis Fast Facts." Washington (DC): National Osteoporosis Foundation. Eingesehen am 24. Februar 2009 unter http://www.nof.org/osteoporosis/stats.html.
(5)"Economic Cost of Cardiovascular Diseases." Dallas (TX): American Heart Association. Eingesehen am 24. Februar 2009 unter http://www.americanheart.org/statistics/10econom.html.
(6)Lippuner K, et al. "Incidence and direct medical costs of hospitalisations due to osteoporotic fractures in Switzerland." Osteoporosis International.1997;7:414-25.

Source: Amgen

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