17.12.2009

Initiative OsteoLink zum besseren Osteoporose-Management

Die International Osteoporosis Foundation (IOF) gründet OsteoLink, eine Initiative, die in Europa und Australien bisher unerfüllte Bedürfnisse im mit Hilfe von digitalen und persönlichen Arzt-Patienten-Kommunikationsnetzwerken ansprechen soll.

 

Die International Osteoporosis Foundation (IOF) hat die Ergebnisse einer neuen multinationalen Umfrage von Patienten (n=844; Frauen 55+ mit postmenopausaler Osteoporose) und Ärzten (n=837; Allgemeinmediziner und Fachärzte, die Osteoporosepatienten behandeln) veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen, dass Patienten sich vor den Auswirkungen der Osteoporose auf ihre Lebensqualität (zum Beispiel durch einen Knochenbruch und verminderte Aktivität) weitaus mehr fürchten, als Ärzte dies zum Teil annehmen.

Die Resultate zeigen auch, dass den Patienten geeignete Informationen und Möglichkeiten fehlen, um diese Bedenken zu äußern und ihre Osteoporose-Behandlung zu optimieren. Die Umfrage, die in 13 Ländern in Europa und Australien durchgeführt wurde, offenbart neue Herausforderungen in der Osteoporose-Behandlung, denen man durch verbesserte Kommunikationsnetzwerke für Patienten und Ärzte Rechnung tragen könnte.

Mit OsteoLink ruft die IOF ein neues gemeinschaftliches Netzwerkprogramm in Europa und Australien ins Leben, welches auf die Bedürfnissen der Patienten eingeht und eine bessere Kommunikation rund um das Osteoporose-Management überall in Europa und Australien schaffen will. OsteoLink ist ein Programm der IOF welches hier in Deutschland von seinen lokalen Mitgliedsorganisationen umgesetzt werden soll.

„Menschen mit Osteoporose fürchten sich vor den emotionalen und körperlichen Auswirkungen der Osteoporose auf ihr Leben,” sagte Dr. med. Karsten Dreinhöfer, Chefarzt Orthopädie, Medical Park Humboldtmühle, Berlin. “Weil sie aber häufig nicht so gut informiert sind, wie sie meinen, kann es zu nicht ausreichenden Behandlungsverläufen kommen. Dies führt zu einem erhöhten Frakturrisiko und zu einer verminderten Lebensqualität.“

In Deutschland sind Patienten wesentlich besorgter über den Einfluss der Osteoporose auf ihre Lebensqualität, als Ärzte zum Teil annehmen.

  • 78% der Patienten haben Angst vor Knochenbrüchen, während nach Einschätzung der Ärzte nur ungefähr die Hälfte der Patienten (53%) Angst vor einer Fraktur hat.

  • 65% der Patienten befürchten eine stark eingeschränkte Aktivität, während Ärzte diesen Prozentsatz auf lediglich 47% schätzen.

  • 57% der Patienten befürchten eine stärkere Abhängigkeit von anderen Menschen, Ärzte schätzen diesen Prozentsatz auf nur 32%.



Deutsche Patienten glauben, besser über ihre Osteoporose informiert zu sein, als Daten dies belegen.

  • 94% der Patienten beschreiben Osteoporose korrekterweise als einen Zustand, der dazu führt, „dass die Knochen spröde werden und leicht brechen”. Dennoch glauben 42% der Patienten fälschlicherweise, dass die Osteoporose „eben Teil des Älterwerdens ist“.

  • 41% der Patienten sind nicht in der Lage, irgendeinen Risikofaktor für die Osteoporose zu benennen.

  • Positiverweise können 95% der Patienten bestätigen, dass sie von ihrem Arzt über die Wichtigkeit der regelmäßigen Behandlung informiert worden sind. 89% der Ärzte bestätigen, dass sie ihre Patienten über diesen Aspekt informiert haben.

  • Ungefähr ein Drittel (28%) der Patienten gibt jedoch zu, die Osteoporosetherapie abzubrechen


Patienten in Deutschland fürchten sich vor Frakturen, dennoch befolgen sie Therapieanweisungen nur ungenügend. Sie geben zwar zu, über die Wichtigkeit der Medikamenteneinnahme informiert zu sein, trotzdem verstehen sie nur unzureichend, dass das Befolgen der Therapieanweisung zur Einnahme der Medikamente den Schutz vor einem Knochenbruch signifikant erhöht.

  • 78% der Patienten fürchten sich vor einer Knochenfraktur.

  • 95% der Patienten berichten, von ihrem Arzt über die Wichtigkeit der regelmäßigen Medikamenten-Einnahme informiert worden zu sein.

  • Ungefähr einer von drei Patienten (28%) gibt zu, die Osteoporosebehandlung abgebrochen zu haben.

  • Diese Patienten berichten, dass sie ihre Behandlung im Durchschnitt für einen Zeitraum von 7,9 Monaten unterbrechen; das ist 5,3 Monate länger als nach Schätzung der Ärzte.


„Gegenwärtige Ansätze für die Schulung betroffener Patienten zur Osteoporose-Behandlung bieten den Patienten weder zufriedenstellende Informationen noch eine angemessene Unterstützung, um deren Knochenbruchrisiko zu reduzieren und die gewünschte Lebensqualität zu erhalten,” sagte Patrice McKenney, Geschäftsführer der Internationalen Osteoporose Foundation (IOF). „Als Teil unseres ständigen Kampfes zur Verbesserung der Osteoporose-Behandlung implementiert die IOF ein herausragendes Programm zur Entwicklung gemeinschaftlicher Kommunikationsnetzwerke, um das Verständnis und die Ergebnisse der Osteoporose-Behandlung zu verbessern.“

Durch die enge Zusammenarbeit in einem Netzwerk aus ungefähr 200 nationalen IOF-Gesellschaften in ganz Europa und Australien plant die IOF, die Entwicklung von Kommunikationsmaßnahmen, interaktiven Internetinhalten und einer Email-Betätigungsplattform zu unterstützen und so die Kommunikation rund um Osteoporose zu verbessern.

2010 soll der Inhalt des OsteoLink-Programms von einem wissenschaftlichen Gremium erarbeitet werden. Das Komitee setzt sich aus Experten der Bereiche Kommunikation, soziale Netzwerke, Mitgliedern der IOF und der jeweiligen nationalen Gesellschaften sowie Ärzten und Osteoporose-Patienten zusammen.

Quelle: Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose

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