Sonstige

Etidronat, Fluoride, Calcitonin, Estrogene und Alfacalcidol sind laut DVO-Leitlinien Alternativen, wenn Mittel der 1. Wahl nicht vertragen werden oder kontraindiziert sind.

Strontiumranelat (Protelos®)

Protelos® ist zur einmal täglichen oralen Therapie bei Osteoporose in der Postmenopause erhältlich. Es hemmt die Knochenresorption und regt die Neubildung an. Hiermit ist die Wirbel- und die Hüftfrakturrate nach drei Jahren signifikant geringer als mit Placebo. (s.a. Pressemeldung von Servier.)

Protelos® wird vertrieben von Servier.

Etidronat (Didronel®)

Etidronat - ein Bisphosphonat - hat mittlerweile wegen der schwächeren bzw. nicht gesicherten Wirkung auf das Knochenbruchrisiko an Bedeutung verloren.

Calcitonin (Karil®)

Als sog. Osteoklastenhemmer senkt Calcitonin ebenso wie die Bisphosphonate eine erhöhte Knochenabbaurate ab. Weiterhin führt es zu einer - allerdings geringeren - Zunahme der Knochendichte und zu einer Verringerung der Anzahl von Wirbelbrüchen. Aber auch hier fällt die Abnahme der Zahl der Wirbelbrüche mit ca. 37% bei den mit Calcitonin-Nasenspray behandelten Patientinnen im Vergleich zur Placebogruppe deutlich geringer aus als bei den Bisphosphonaten und beim Raloxifen.

Calcitonin existiert in verschiedenen Formen, nämlich als Calcitonin vom Lachs und als humanes Calcitonin. Früher wurde Calcitonin immer als Spritze (subcutan, intramuskulär oder auch intravenös) gegeben, seit einigen Jahren gibt es das wirksamere Nasenspray, da Calcitonin von der Nasenschleimhaut besonders gut aufgenommen werden kann.

Besonders die Verabreichung als Spritze hat nicht selten Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schwindel und allergische Symptome zur Folge. Die nasale Anwendung als Spray ist wesentlich verträglicher und auch "anwendungsfreundlicher", da das Nasenspray (Calcitonin AZU® Nasenspray, Karil® Nasenspray) aber erheblich teurer ist, steht der Preis nicht selten einer länger andauernder Anwendung im Weg.

Forteo® (in Deutschland Forsteo®)

Ende 2002 hat die US-Gesundheitsbehörde FDA das erste Medikament zur Wachstumsstimulation neuer Knochen bei Osteoporose zugelassen.

Das Medikament erhöht die Aktivität der Knochen aufbauenden Zellen (Osteoblasten) und bewirkt somit eine Steigerung der Knochendichte und stimuliert die neue Knochenbildung. Da das Medikament in vorklinischen Rattenversuchen z.T. bösartige Knochentumore (Osteosarkome) verursachte, muss eine Warnung ("black box"-Warning) aufgebracht werden. Der Pharmakonzern Eli Lilly vermarktet das Medikament unter dem Markennamen Forteo.

Forteo wird mit einem Pen selbst injiziert. Die Behandlung sollte über einen Zeitraum von 24 Monaten erfolgen. Eli Lilly hat darüber hinaus auch ein Risiko-Management-Programm erstellt, das den richtigen Gebrauch des Medikaments garantieren soll. Bestimmte Personengruppen werden von der Verwendung ausgeschlossen. (s.a. News v. 19.11.2007)

Parathormon (Preotact®)

Das erste naturidentische Parathyroidhormon (Parathormon, PTH 1-84) ist im April 2006 von der Europäischen Zulassungsbehörde EMEA zugelassen worden. (s.a. Pressemeldung von Nycomed).

Preotact® ist in der aktuellen DVO-Leitlinie berücksichtigt und wird bei postmenopausaler Osteoporose mit Evidenzgrad A empfohlen. Preotact wird seit 2007 von Nycomed Deutschland GmbH, Konstanz, vertrieben.

Estrogene

Die Frage nach einem Kausalzusammenhang zwischen Hormoneinnahme und Brustkrebsrisiko kann auch heute noch nicht klar beantwortet werden. Dennoch deutet die Summe aller vorliegenden Ergebnisse zumindest auf einen Risikoanstieg hin. Hormone wie Estrogen verfügen über eine Reihe positiver Wirkungen. Frauen mit ausgeprägten Wechselbeschwerden kommen meist gar nicht ohne Hormone aus.

Dennoch gibt neben den Hormonen andere und wirksamere Möglichkeiten zur Prävention und Therapie der Osteoporose. Deshalb sollte die Entscheidung für oder gegen eine Hormonersatztherapie keinesfalls nur vom Osteoporose-Risiko abhängig gemacht werden.

Alfacalcidol (Doss®, Bondiol®)

Bezüglich des Effektes auf den Knochen sind die Vitamin-D-Metabolite wie Alfacalcidol als eine Art "Zwittersubstanz" anzusehen, da sie sowohl über eine antiresorptive (den Knochenabbau bremsende) als auch eine den Knochenaufbau stimulierende Wirkung verfügen.

Informationsmangel

Einer der wichtigsten Gründe der unbehandelten Osteoporose ist der Informationsmangel resp. die Sorglosigkeit. Informieren Sie sich deshalb hier über das Krankheitsbild und moderne Therapiemöglichkeiten.

Lesen Sie hier z.B. über neue Entwicklungen bei Osteoporose Arzneien.