SERM

Selektive Estrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERM´s)

Hormonsubstitution

SERM´s werden zur postmenopausalen Hormonsubstitution eingesetzt, da sie auf Knochen und Lipide einen Estrogeneffekt ausüben, zugleich aber kaum Wirkung auf Brust- und Gebärmuttergewebe ausüben. Längst verwendet werden Clomifen, zur Auslösung der Ovulation (z.B. bei ungewollter Kinderlosigkeit) und Tamoxifen zur Sekundärprophylaxe bei Brustkrebs (Mammakarzinom). Tamoxifen schützt zwar vor postmenopausalem Knochenverlust so gut wie die Hormonsubstitution, senkt auch die Blutlipide und das koronare Risiko, erhöht aber das Risiko für Endometriumkarzinom und kann daher nicht in der Osteoporosevorbeugung eingesetzt werden.

Raloxifen stimuliert weder das Endometrium noch die Brustdrüse und vermindert wahrscheinlich das Risiko für Mammakarzinom. Sein relativ schwacher, aber signifikanter Effekt auf die Knochendichte (+ 2­3%/2 Jahre) genügt für die Prophylaxe und vermindert bei Osteoporotikerinnen die Inzidenz von Wirbelkörperfrakturen um etwa die Hälfte, vergleichbar mit anderen Therapien. Wie bei der Hormonsubstitution sind Thromboembolien 2- bis 3mal und Beinkrämpfe 2mal häufiger. Raloxifen bietet sich somit zur Prophylaxe und Behandlung der postmenopausalen Osteoporose bei Frauen ohne klimakterische Symptome und ohne erhöhtes Phlebitisrisiko an, auch in Kombination mit Kalzium, Vitamin D, Bisphosphonaten, Calcitonin, und in der Zukunft vielleicht auch bei der Osteoporose des Mannes.

Raloxifen (Evista®, Optruma®)

Raloxifen schützt nicht nur vor Frakturen, sondern möglicherweise auch vor Brustkrebs. Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat in den USA für Raloxifen/EVISTA® die Brustkrebs Prophylaxe (Vorbeugung) als weitere Indikation zugelassen (s.a.: News).

Evista® und Optruma® werden von DAIICHI SANKYO* vertrieben. Mehr zu Evista® unter www.evista.de.

*In 2006 haben DAIICHI SANKYO EUROPE und Eli Lilly eine Marketing- und Vertriebsvereinbarung für Evista® (Raloxifen) für die bestehenden Osteoporose-Indikationen in bestimmten Ländern Europas (Deutschland, Italien, Belgien, Niederlande, Österreich und Schweiz) unterzeichnet (s.a.: News).

Informationsmangel

Einer der wichtigsten Gründe der unbehandelten Osteoporose ist der Informationsmangel resp. die Sorglosigkeit. Informieren Sie sich deshalb hier über das Krankheitsbild und moderne Therapiemöglichkeiten.

Lesen Sie hier z.B. mehr zum Thema Sonstige Therapieansätze.